DAS SOIL FOOD WEB

Das Soil Food Web kann am besten mit Boden-Nahrungskette übersetzt werden und beschreibt das Zusammenwirken der verschiedenen Organismen und deren Einfluss auf Umwelt, Pflanzen und Tieren.

Eine Pionierin in diesem Bereich ist Dr. Elaine Ingham, welche seit 40 Jahren führend auf dem Gebiet der Bodenmicrobiologie forscht und sich mit ihrer Soil Food Web School unermüdlich für die Regeneration von Böden einsetzt.

Wir durften lernen, dass unter unseren Füssen eine verborgene Welt liegt, ein ganz eigenes Reich. In einem Gramm Boden können 100 Millionen Bakterien mit 4.000 bis 7.000 verschiedener Arten leben. Doch nicht nur Bakterien leben in der Erde. Ihre Bewohner sind Bakterien, Funghi, Nematoden, Protozoa und Arthropoden. Wie gesund ein Boden ist, lässt sich daraus schließen, von welchem trophischen Niveao, also aus welcher Ebene der Nahrungskettenhierarchie Mikroorganismen anzutreffen sind. Je höher die Trophische Ebene, desto stabiler und fruchtbarer ist der Boden.

Die Symbiose zwischen Mikroorganismen und Pflanzen ist faszinierend. Pflanzen geben Zucker, Eiweiße und Fette an den Boden ab, um Bakterien zu füttern. Dabei umschließen die Bakterien die Wurzeln so, dass sie wie ein Schutzschild wirken. Außerdem geben die Pflanzen Botenstoffe in die Erde ab, welche signalisieren, welche Spurenelemente sie brauchen. Die Mykorrizha bilden im Boden ein Netzwerk mit den Pflanzenwurzeln und transportieren benötigte Stoffe zu den Pflanzen.

Wenn Mikroorganismen einer höheren Ebene Bakterien fressen, scheiden sie Mineralien in einer Form aus, die von den Pflanzen aufgenommen werden können. Diese Ergebnisse Dr. Inghams Forschung könnten weitreichende Auswirkungen haben, bedeutet dies doch, dass bei gesundem Boden Düngemitte und Pestizide überflüssig werden.
Es ist relativ einfach, einem strapazierten Boden wieder mit Mikroorganismen zu beleben. Die erste wichtige Maßnahme ist es, den Boden nicht mehr zu Pflügen oder umzugraben. Außerdem sollte er immer durch mehrjährige Bodendecker vor Errosion geschützt sein. Die wichtigste Maßnahme ist die Gabe von Kompost-Tee.

Mikroorganismen sorgen nicht nur dafür, dass die Pflanzen gut wachsen und der Boden die Feuchtigkeit gut halten kann (jede Bakterie ist ein winzig kleiner Tropfen Wasser) außerdem hält ein gesunder Boden zehnmal mehr Kohlenstoffdioxid in der Erde.